Elefanten tracken – ganz ohne Zirkus

Elefanten tracken – ganz ohne Zirkus

Elefant mit Tracking-Gerät am Ohr

Neuartige Entwicklungen in der Sensorik, in der Speichertechnologie und auch bei den Akkus ermöglichen viele Anwendungen, von denen wir vor einigen Jahren höchstens geträumt haben. Dank dieser technischen Fortschritte können wir bei der Wildtier-Telemetrie, also dem Tracking von Tieren in freier Wildbahn für den Artenschutz, auf den Einsatz von zwei Zirkuselefanten in Afrika verzichten.

Neugierig? Was es mit diesen Zirkuselefanten auf sich hat und welche Herausforderungen ich bei der Akkutechnik für ein Tracking-System bei Elefanten zu lösen hatte, erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag.

Wenn ihr eher auf Buchstaben steht, scrollt einfach ein wenig weiter und lest und ihr findet die Story von den Zirkuselefanten und meiner Akkulösung für das Elefantentracking in Textform – wie immer inklusive ein paar zusätzlicher Bilder und Infos.

Das Tracking von Elefanten konnte ein echter Zirkus sein

Ich habe euch neulich ja schon erzählt, welche Herausforderungen wir beim Akku für das Vogeltracking hatten (hier geht’s zu meinem Blogartikel zum Vogeltracking-Akku inklusive Video).

Da so eine Amsel mit einem Tracking-System auf dem Rücken ja noch fliegen können sollte, musste der Akku bei diesem Projekt extrem leicht sein. Außerdem musste er einen hohen Strom abgegeben können, um regelmäßig Daten bis zur ISS zu schicken.

Bei dem Projekt für die Elefanten in Afrika waren die Anforderungen etwas anders. Natürlich musste der Akku nicht so klein sein, immerhin sind Elefanten die größten lebenden Landtiere. Allzu groß und schwer durfte der Akku aber auch nicht werden, denn genau das war früher das Problem.

Solche Tracking-Systeme gibt es ja schon länger. Mit der Technologie von früher hat man Sender und Sensorik in einer Art Halsband untergebracht. Das waren tatsächlich ziemlich klobige Gerätschaften und unten hing dann noch ein richtig dicker Bleiakku dran. Ihr könnt euch vorstellen, dass es nicht so einfach war, so ein Teil einem Elefanten um den Hals zu legen.

Ein Kunde aus dem Bereich Wildtier-Telemetrie hat mir mal eine Story erzählt, wie das früher gemacht wurde. Natürlich muss man den Elefanten irgendwie ruhigstellen, ein wacher Elefant lässt sich so ein Tracking-Armband niemals ohne Gegenwehr anlegen. Ihr könnt euch vorstellen wie gefährlich das ist. So ein Elefant wiegt gut und gerne 6 Tonnen, wenn der dir auf den Fuß tritt, ist das nicht so angenehm.

Also betäuben. Aber da besteht wiederum die Gefahr, dass der Elefant ungeschickt fällt und sich verletzt oder nie wieder aufsteht, weil er von seinem eigenen Gewicht erdrückt wird.

Eine Lösung waren dann die zwei angesprochenen Zirkuselefanten. Diese wurden nach Afrika gebracht und mussten sich links und rechts neben dem Elefanten, der das Tracking-Halsband verpasst bekommen sollte, aufstellen. Der Elefant in der Mitte wurde dann betäubt und konnte in diesem „Elefanten-Sandwich“ nicht mehr umfallen. Die Forscher hatten genug Zeit, dem Elefanten die Halskette umzulegen. Die zwei trainierten Elefanten blieben dann so lange stehen, bis der Elefant mit dem Halsband wieder zu sich gekommen ist und wegrennen konnte.

Irre oder? Und natürlich extrem kostspielig.

Elefanten-Tracking leicht gemacht mit moderner Akku-Technologie

Bei meinem Projekt, haben wir auf aktuelle Technik, sowohl bei der Sensorik als auch beim Akku zurückgegriffen. Wir haben das ganze also deutlich kleiner gemacht und konnten sogar noch eine Solarzelle als Energiequelle mit einbauen. Dieses miniaturisierte Tracking-System wird jetzt ganz einfach schnell am Ohr der Elefanten befestigt. Das geht in wenigen Sekunden und ganz ohne irgendwelche Zirkuselefanten 😉

Elefant mit Tracking-Gerät am Ohr
Das kleine Tracking-System am Ohr des Elefanten ist schnell angebracht und stört den Elefanten nicht. Möglich dank modernster Sensorik und Akkutechnologie.

Unsere Akkus stecken übrigens auch in sehr ähnlichen Tracking-Systemen für die Wildtier-Telemetrie, die die Wanderbewegungen von Giraffen und Geparden tracken.

Batterie für Wildtier-Tracking
So sieht der Lithium-Polymer-Akku für das Tier-Tracking aus. Außenrum müsst ihr euch dann noch ein hitzeableitende Aluminum-Gehäuse vorstellen.

Ganz unabhängig vom getrackten Tier war die größte Herausforderung bei den Akkus für die Telemetrie auf dem afrikanischen Kontinent die Temperatur.

Es war klar, dass wir es mit einer starken Sonneneinstrahlung und Temperaturen im Extremfall bis zu 50 Grad zu tun hatten. Wir haben den Akku also so ausgelegt, dass er eine hohe Laufzeit hat (einen Gepard regelmäßig einzufangen, um den Akku auszutauschen ist keine Option…) und wenig temperaturempfindlich ist. Außerdem haben wir den Akku in ein speziell konstruiertes Gehäuse aus Aluminium gesteckt, dass die Temperatur von innen nach außen ableiten kann, wenn der sehr warm wird.

Ein Akku für jede Anforderung

Hast du dir schon meinen Artikel zum Vogel-Tracking angeschaut oder mein Video zu dem Thema gesehen? Dann hast du wahrscheinlich gemerkt, dass für die gleiche Anwendung (zugegebenermaßen: die Tiere waren ein wenig anders) vollkommen unterschiedliche Anforderungen an den Akku gestellt wurden. Bei den Vögeln ging es vor allem um einen besonders kleinen und leichten Akku, bei den Wildtiere in Afrika um eine Akku-Lösung, die auch bei hohen Temperaturen eine lange Laufzeit hat.

Wenn auch du besondere Anforderungen an einen Akku hast, die du nicht selbst lösen kannst, ruf mich gerne an (+49-7151-959-30-22) oder schreibe mir in WhatsApp. Ich freue mich, von dir zu hören!

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