Lithium aus Deutschland lockt Tesla nach Brandenburg?!

Lithium aus Deutschland lockt Tesla nach Brandenburg?!

Lithium Carbonat liegt als weißes Pulver auf einer Glasschale

In Sachsen, nahe der tschechischen Grenze, wurde das größte Lithium-Vorkommen in Europa entdeckt. Der Schatz muss nur noch gehoben werden.

Doch was steht den Goldgräbern im Weg? Und könnte das Lithium der Grund sein, dass Elon Musk seinen Tesla zukünftig hier in Deutschland bauen möchte?

Mit diesen spannenden Fragen beschäftige ich mich im folgenden Video und im Blogbeitrag weiter unten.

Lithium-Vorkommen in Deutschland – die Chance für grünere Akkus?

Ich bin inzwischen seit 15 Jahren in der Entwicklung und Produktion von Akkus und Batterien für die Industrie tätig, habe ein globales Netzwerk an Partnern für die Fertigung und beziehe viel aus Fernost.

Als ich in der Batterie-Welt angefangen habe, dachte ich „Mann, wie cool ist es eigentlich, dass ich durch meinen Beruf wirklich was verändern kann auf der Welt.“ Immerhin sind zum Beispiel im Hausgebrauch Akkus, die mehrmals wieder aufgeladen werden können, üblicherweise umweltfreundlicher als Wegwerfbatterien.

Wenn ich allerdings heute einen objektiven Blick darauf werfe, wie die Rohstoffe für Lithium-Ionen-Akkus gewonnen werden, dann bin ich manchmal echt entsetzt. In Südamerika werden beim Lithium-Abbau beispielsweise riesige Mengen Süßwasser entnommen, wodurch das fragile Gleichgewicht zwischen Süß- und Salzwasser gestört wird. Pflanzen, Tieren und Menschen in der Region verlieren so nach und nach ihre Lebensgrundlage.

Für den Lithium-Abbau gibt es glücklicherweise auch Verfahren, die nicht so große Wassermengen verbrauchen. Das kürzlich in Sachsen entdeckte Lithium ließe sich auch im Bergbaubetrieb unter Tage abbauen. Das Erz wird dann gebrochen, gemahlen und mit Hilfe eines Magnets getrennt. An das begehrte Lithium kommt man dann unter Hitze-Einfluss mit der Hilfe von ein bisschen Wasser und Sauerstoff.

Lithium Carbonat liegt als weißes Pulver auf einer Glasschale
So unspektakulär sieht der Rohstoff für die Akku-Technologie aus, die fast alle unsere mobilen Anwendungen heute antreibt.

Diese relativ umweltschonende Möglichkeit, an das Lithium für den Bau von Akkus zu kommen finde ich einfach mega. Jetzt gilt es nur noch, eine solche Produktionsstätte zu bauen (am besten natürlich direkt neben dem Bergwerk, um lange LKW-Fahrten zu vermeiden).

Leider kommt das Projekt wegen diverser Probleme mit den Investoren und Unternehmenseigentümern im Moment nicht richtig in Schwung. Dabei könnten in der sächsischen Region, die traditionell vom Bergbau geprägt ist (bis 1990 wurde dort Zinn abgebaut, was dann aber nicht mehr wirtschaftlich war) bis zu 250 neue, ziemlich zukunftssichere Arbeitsplätze entstehen.

Was sucht Tesla in Deutschland?

Die große Frage ist nun: hat dieses Lithium-Vorkommen in Deutschland etwas damit zu tun, dass Elon Musk zukünftig Teslas in Deutschland herstellen lässt? Die neue Giga-Factory in Brandenburg wird ja immerhin gar nicht so weit entfernt von den sächsischen Lithium-Vorkommen gebaut.

Um ganz ehrlich zu sein: so genau weiß ich das auch nicht. Ich habe leider auch keinen direkten Draht zu Musk und kann deswegen nur spekulieren. Allerdings sehe ich gleich mehrere Vorteile, die Tesla durch eine Giga-Factory in Deutschland hat:

1. Subventionen und günstiges Bauland. Der Osten Deutschlands ist natürlich sehr daran interessiert, Industrie und damit Arbeitsplätze ins Land zu bringen und lockt wahrscheinlich mit Steuer-Vergünstigungen.

2. Der neue Flughafen BER ist in unmittelbarer Nähe der Giga Factory. Womöglich hat der gute Elon sogar mehr an die Fertigstellung des Flughafens geglaubt als wir hier in Deutschland.

3. Tesla kann den deutschen Automobilherstellern direkt in die Suppe spucken, insbesondere VW, die ja in Zwickau ihr Werk für E-Autos errichtet haben. Somit greift er vermutlich nationale und vielleicht auch mehr internationale Kunden ab, denn der Tesla ist ja dann „Made in Germany“. Dieses Label steht auch heute noch – besonders bei Automobilen – für hohe Qualität.

4. Und dann ist da natürlich noch das Lithium aus Sachsen. Ich halte es durchaus für denkbar, dass Musk nicht mehr so stark von den großen Zellen-Herstellern aus Japan oder Südkorea abhängig sein möchte. Mit einer Batterie-Produktion in Deutschland, in direkter Nähe zu seiner Fabrik, würde er sich einen zusätzlichen, ziemlich sicheren Lieferweg für Batterien schaffen.

Gut für Tesla, gut für meine Kunden

Aus einer strategischen Sicht könnten die Lithium-Vorkommen in Deutschland für Musk letztlich also durchaus ein wichtiger Punkt für die Entscheidung einer Autofertigung in Brandenburg gewesen sein.

Ich sehe für mich und meine Kunden übrigens auch Vorteile, wenn die Lithium-Gewinnung in Deutschland dann endlich an den Start geht. Denn erstens sind wir in Deutschland natürlich genauso wie Tesla abhängig von seltenen Erden und Rohstoffen aus dem Ausland und könnten uns mit einem Lithium-Vorkommen im Land global besser aufstellen. Für meine Kunden würde diese zusätzliche Quelle für Lithium-Ionen-Akkus auch die Chance erhöhen, dass die Akkus preisstabil bleiben.

Natürlich achte ich bei meinen Entwicklungen immer auf eine gleichbleibende Qualität, Sicherheit, einen stabilen Preis und natürlich auch die Verfügbarkeit. Wenn auch du ein Hersteller eines coolen Produkts bist und dich auf die Suche nach einem Akku oder einer Batterie gemacht hast, dann kontaktiere mich gerne über WhatsApp oder ruf mich an (07151 959 30 22).

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