Wann ein Akku brennt oder explodiert (und was man dagegen tun kann)

Wann ein Akku brennt oder explodiert (und was man dagegen tun kann)

Dezember 3, 2021 Akku-Wissen 0
Schwarz verkohlter Akku und Mobiltelefon vor einem grün-blauem Hintergrund. Links oben sind drei Flammen-Emoji.

Ich bekomme viel Feedback und Fragen zu meinen Videos und Blog-Artikeln zum Thema, wann es zu einem Brand und einer Explosion bei Lithium-Ionen-Akkus kommen kann. Ich habe selbst mal recherchiert, was man so im Internet zu dieser Frage findet und bin auf einen Beitrag von SWR Marktcheck vom April 2021 gestoßen.

Der Titel lautet „Wann ein Akku brennen oder explodieren kann“ und ich fand das Ganze ziemlich interessant. Bei dem Video zum Artikel haben aus meiner Sicht aber ein paar wichtige Infos gefehlt, vor allem, was die Vermeidung von Bränden bei Akkus angeht.

Schaut euch doch einfach mal mein neues Video an, bei dem ich auf das Video von SWR-Marktcheck reagiere und noch ein paar wichtige Tipps zur Vermeidung von Bränden von Lithium-Ionen-Akkus dazugebe. Wenn ihr lieber lesen möchtet, was es mit Bränden und Explosionen bei Lithium-Ionen-Akkus auf sich hat und wie ihr sie verhindern könnt, scrollt dazu einfach ein bisschen weiter runter.

Reaction - Wann ein Akku brennen oder explodieren kann

Brände und Explosionen bei Lithium-Ionen-Akkus – leider kein Einzelfall

Seit 15 Jahren kümmere ich mich schon um die Entwicklung von speziellen Akku- und Batterielösungen für unsere Kunden und ich habe schon so einige Akkus brennen sehen und auch selbst Tests durchgeführt.

Dass es bei Lithium-Ionen-Akkus zu Bränden oder sogar zu Explosionen kommt, ist leider kein Einzelfall. Erst neulich habe ich von einer Schlagzeile gehört, dass ein Pedelec-Akku sogar während der Fahrt hochgegangen ist.

Wenn der Akku am Rahmen des Fahrrads befestigt ist oder gar im Rahmen integriert ist, dann sind Verbrennungen und massiver Personenschaden nicht ausgeschlossen.

Wie verhält man sich am besten, wenn ein Akku brennt?

Das hängt ganz davon ab, ob der schon so richtig Feuer spuckt oder „nur“ vor sich hinkokelt, extrem heiß ist, stinkt oder qualmt.

Wenn der Akku so richtig brennt, dann heißt es tatsächlich, vielleicht noch schnell die Türe zum Raum mit dem brennenden Akku schließen und rennen, was das Zeug hält. Hier geht es tatsächlich vor, sich selbst und andere in Sicherheit zu bringen und schnell die Feuerwehr zu rufen.

Wenn ein Akku noch nicht brennt, kann man einen vorsichtigen Löschversuch unternehmen. Wichtig ist, sich dabei nicht in Gefahr zu bringen. Die beste Variante ist es, den Akku mit so viel Wasser wie möglich zu kühlen. Klar, man hat nicht immer eine vollgelaufene Badewanne parat, aber viel Wasser hilft viel.

Im Zweifel ist es aber wichtig, sich selbst und andere aus der Gefahrenzone zu bringen und das Löschen den Profis zu unterlassen.

Wie kann man Akkubrände verhindern?

Von außen wirkt ein Akkupack ziemlich robust. Im Inneren stecken einzelne Akkuzellen und in denen kann es zu gefährlichen Reaktionen kommen. Wenn zum Beispiel der Separator, der den Plus- und Minuspol einer Zelle trennt, beschädigt wird, kann es zu einem inneren Kurzschluss und einem Brand kommen.

Zu so einer Beschädigung kann es zum Beispiel durch einen starken Schlag kommen. Bei einem völlig verbeulten Akkupack kann man davon ausgehen, dass ein erhöhtes Risiko besteht und Vorsicht geboten ist. Aber man sieht einem Akkupack nicht immer schon von außen an, dass er einige Schläge abbekommen hat.

Auch die Elektronik im Akkupack kann zur Überhitzung neigen, was zu einem Schwelbrand im Akku oder sogar zu einer Explosion führen kann. Schaut beim Laden eurer Geräte am besten gelegentlich nach, ob sich der Akku stark erwärmt und lasst den Akku nicht dauerhaft am Ladegerät hängen. Auf Nummer sicher geht man auch, wenn man mit dem Originalladegerät lädt und kein Drittanbieterladegerät einsetzt, das den Akku vielleicht schneller laden soll.

Dann gibt es natürlich noch gefährliche Praktiken wie das wiederbeleben von tiefentladenen Akkus, von denen man die Finger lassen sollte, um das Risiko für Akkubrände nicht unnötig zu erhöhen.

Worauf muss man beim Kauf von Akkus achten, um sicher zu gehen?

Skepsis bei extrem billigen Angeboten aus dem Internet ist angebracht. Klar, nicht alle Akkus, die in China hergestellt werden, sind eine höhere Gefahr. Aber es gibt schon einige schwarze Schafe. Vor allem im Bereich der Zubehör-Akkus.

Wenn der Akku eures Elektro-Bikes irgendwann mal keine Power mehr haben sollte, kauft bitte einen Original-Akku und nicht irgendeinen aus dem Zubehör. Hier fehlen häufig die Zertifizierungen und Tests und man kann sich nicht einmal sicher sein, dass originale Zellen verbaut sind. Nicht überall, wo Samsung draufsteht, ist auch Samsung drin

Wie hoch ist das Risiko für Brände und Explosionen bei Lithium-Ionen-Akkus wirklich?

Bei immer mehr Akkus in den Haushalten ist es nur logisch, dass die absolute Zahl der Brandunfälle zunimmt. Und gerade die immer weiter verbreiteten E-Bike-Akkus sind ja ziemlich groß und haben deswegen auch ein größeres Gefahrenpotenzial. Bei einem älteren Ehepaar ist mal das komplette Bad explodiert und hat die geschlossene Tür aus der Angel gerissen.

Schwarz verkohlter Akku und Mobiltelefon vor einem weißen Hintergrund
Ein ziemlich kleiner Handy-Akku kann bei einem Brand schon einiges an Schaden anrichten. Bei E-Bike-Akkus ist alles größer: die Kapazität und das Gefahrenpotenzial.

Es muss übrigens auch nicht immer ein Produktionsfehler oder ein Defekt Schuld an einem Brand. Wenn ich einen Akkupack aufgeschraubt habe, habe ich auch häufig entdeckt, dass Wasser im Gehäuse war. Das könnte zum Beispiel irgendwie bei der Lagerung reingekommen sein oder im Falle eines E-Bike-Akkus bei einer Regenfahrt. So richtig dicht sind die Akkupack meist nicht. Meistens funktioniert der Akku dann nicht mehr, aber es ist nicht ausgeschlossen, dass durch die Korrosion ein Kurzschluss in der Elektronik passieren kann. Der kann dann wiederum eine hitzige Kettenreaktion auslösen.

Klar, es sind relativ seltene Einzelfälle, aber diese haben potentiell katastrophale Auswirkungen. Es macht also auf jede Fall Sinn, die Grundregeln zu beachten und Lithium-Ionen-Akkus nicht zu unterschätzen.

Ich habe mich selbst zum Beispiel dabei ertappt, alle meine alten Kleingeräte in einer Schublade zu lagern. Irgendwann könnte man ja seinen alten iPod mal wieder gebrauchen, oder so. Aber wenn so ein kleiner Akku in der Schublade hochgeht, wäre das gar nicht gut. Also lieber weg mit dem alten Zeug!

Mit Originalzellen im Akkupack auf Nummer sicher

Übrigens ist das Thema mit den originalen Zellen gerade topaktuell, da viele Zellen derzeit nicht am Markt verfügbar sind und umso mehr Fakes angeboten werden.

Hier ist für Hersteller von Elektro-Geräten auf der Suche nach Einzelzellen von Samsung oder einem anderen namhaften Hersteller Vorsicht geboten. Auch mir werden ständig Plagiate aus China angeboten. Zum Glück habe ich genug Erfahrung, um die Fakes von den Originalen zu unterscheiden und meine Kunden bekommen natürlich nur originale Zellen in Ihre Akkupacks.

Wenn auch du ein Hersteller von einem mobilen Gerät bist und sichergehen willst, dass du keine schlechten Kopien bekommst, dann melde dich doch mal mit einer Anfrage bei mir (E-Mail: info@accundu.de oder 07151 959 30 22).

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