Akku leer – lief bei der Akku-Entwicklung für die Bodycam der Frankfurter Polizei etwas schief?

Akku leer – lief bei der Akku-Entwicklung für die Bodycam der Frankfurter Polizei etwas schief?

Bodycam an der Brusttasche eines Polizisten mit blauer Jacke

Lag es an dem von mir entwickelten Akku, dass es kein Bildmaterial zum Polizei-Einsatz in Frankfurt gibt? Das war mein erster Gedanke als ich von den aktuellen Geschehnissen in Frankfurt hörte.

Warum nun die Bodycam für diesen besonderen Fall kein Bildmaterial liefern kann und ob bei meiner Akku-Entwicklung etwas schief lief, erzähle ich dir in meinen Video. Falls du das Ganze lieber in Textform lesen möchtest, scrolle einfach weiter.

Bodycam Akku fällt aus

Kurzer Rückblick: Am 15.08.2020 kam es in den frühen Morgenstunden in einem Frankfurter Stadtteil zu massiven Auseinandersetzungen zwischen Polizeibeamten und Zivilisten. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft, ob es sich bei den Festnahmen der Partygänger um mutmaßliche Polizeigewalt handelt.

Um auch solche Sachverhalte im Nachhinein klären zu können, wurde die Bodycam für die Polizei entwickelt und auch ich liefere einen Akku an einen Hersteller von Bodycams (mehr zu meinem Projekt gibt es hier zum Nachlesen).

Bodycams dienen der Aufklärung unklarer Lagen

Doch letzten Samstag ist mir mal eben fast das Herz stehen geblieben, als mir der Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ins Auge fiel: “Umstrittener Polizeieinsatz – der Bodycam-Akku war zu schwach”. Fast fiel mir meine Butterbrezel aus der Hand, als ich das lesen musste! Ist da etwa mein Akku ausgefallen? Bin ich schuld an einer Misere, bei der die Staatsanwaltschaft ermitteln muss? Warum fällt der Akku überhaupt aus?

Lief etwas bei der Akku-Entwicklung schief?

All diese Fragen schossen mir durch den Kopf und ich habe mir den Artikel vor Aufregung gleich mehrmals durchgelesen. Was genau in Frankfurt passiert ist, wird nicht näher beschrieben. Dass die Bodycam tatsächlich aus technischen Gründen nicht aufgezeichnet hat, hatte folgende Gründe:

Normalerweise hält ein Akku für eine Bodycam circa 8-10 Stunden, also eine Schicht lang, in der ein Polizist im Einsatz ist. Nimmt nun der Polizist die Bodycam bei Schichtbeginn vollgeladen aus der Ladestation und setzt diese an seine Uniform, dann sollte der Akku bis zum Schichtende aushalten.

Die Bodycam hat aber eine sogenannte „Pre-Recording“-Funktion. Das bedeutet, es wird permanent in Dauerschleife Videomaterial aufgenommen. Allerdings wird das Ganze Material nicht abgespeichert, sondern ständig überschrieben. Die letzten 30 Sekunden bevor der Aufnahmeknopf gedrückt wird, sind also in einer Art Zwischenspeicher abgelegt. Wenn die eigentliche Aufnahme dann aktiv vom Polizisten gestartet wird, werden diese 30 Sekunden vor die Aufnahme gesetzt.

Es wird also die Zeit kurz vor einem polizeilichen Einschreiten miterfasst. Für die Aufklärung, wie eine Situation zustande kam, ist das ziemlich nützlich. Tagsüber ist der Stromverbrauch für das Pre-Recording kein Problem für den Akku. In der Nacht wird für die Aufzeichnung auch ein Infrarotmodus benötigt, der auch nochmal in etwa 30% der Akkuleistung benötigt.

Das ist eine ganze Menge, denn Zack – um Viertel nach vier Uhr morgens hat sich in Frankfurt die Bodycam ausgeschaltet. Das ist ziemlich blöd, denn der Zwischenfall mit dem Vorwurf an die Polizisten, mutmaßlich Gewalt an Zivilisten verübt zu haben, passierte zwischen fünf und sechs Uhr morgens.

Keine Daten, kein Bildmaterial, keine Beweise…

Mehrere Bodycam-Akkus stehen hintereinander in Dockingstationen
Bodycams in ihren Ladestationen
(Hinweis: Abbildungen zeigen lediglich beispielhaften Hersteller für Bodycams)
Bild: Sanderflight / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)

Nicht nur sicher muss der Akku sein

Ich habe ja schon mal ein Video über die Sicherheit von Akkus in einer Bodycam gemacht, denn auch eine Explosion oder gar ein Brand am Körper des Polizisten wegen eines schlechten Akkus wäre ein totales Desaster (den Blogbeitrag zu den Anforderungen bei der Entwicklung eines Akkus für eine Bodycam, gibt es hier zum lesen). Aber natürlich muss der Akku auch entsprechend lange halten, damit genau das, was jetzt in Frankfurt passiert ist, vermieden wird.

Ich war das ganze Wochenende über unruhig, weil ich nicht wusste, ob es sich um einen meiner Akkus handelt und ich bei der Akku-Entwicklung einen Fehler gemacht habe.

Im Artikel der FAZ war allerdings auch zu lesen, dass sich manche Polizeibeamte schon seit längerer Zeit über den schwachen Akku beschwerten. Obwohl ich von meinem Kunden noch keine Information über einen Ausfall meiner Akkus hatte, konnte ich es kaum abwarten, ihn am Montag anzurufen und nachzufragen.

Lag es an meinem Akku?

Ich war echt erleichtert, als mein Kunde mir versicherte, dass meine Akkus keine Probleme machen und meine nächste Lieferung in 2-3 Wochen mit Freude erwartet wird. Puuuuhhhh…Himmel sei Dank. Wir haben bei der Entwicklung alles richtig gemacht.

Klar, die Anforderungen an einen Akku, der am Körper getragen wird, sind schon ziemlich hoch: Leicht, sicher und vor allem klein muss ein solcher Akku sein. Die Größe ist in diesem Fall entscheidend, denn je größer der Akku ist, umso mehr Kapazität hat er, und desto länger hält er auch.

Wo lag nun das Akku Problem?

Für die Polizei in Frankfurt wurde meiner Meinung nach bei der Auslegung der Kapazität des Akkus der Nacht-Einsatz mit Infrarot nicht ausreichend berücksichtigt. Natürlich kann man sich auch mit einem Ersatz-Akku helfen, aber da denkt man ja auch nicht immer dran und schon gar nicht, wenn man im Einsatz ist. Und was soll man denn noch alles mit sich rumtragen?

Nun, ich könnte mir ja mal den Akku aus der Frankfurter Bodycam anschauen, um zu prüfen, ob für die vorgegebenen Platzverhältnisse nicht doch noch ein wenig Raum für mehr Kapazität ist, damit so etwas wie am 15. nicht mehr passiert. Meldet euch gerne bei mir 😉.

Suchst du einen Akku, der durchhält?

Falls du gerade auch über der Entwicklung eines tragbaren Gerätes sitzt und einen passenden Akku brauchst, der nicht so einfach ausfällt, dann ruf mich einfach an (07151 959 30 22), schreibe mir in WhatsApp oder eine E-Mail.

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